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Europäisch geführte Verteidigung

Zeitraum: 13. April–8. Mai 2026 (4 Wochen)

Verteidigung unter europäischer Führung (European-Led Defense) ist ein vierwöchiger Lehrgang in Präsenzform in Garmisch-Partenkirchen, der sich an Sicherheitsexperten richtet, die Europas Fähigkeit zur Planung, Finanzierung und Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen Abschreckung und Verteidigung stärken möchten. Der Lehrgang verbindet Fachvorträge und Podiumsdiskussionen mit 
Fachgesprächen in kleinen Gruppen und praktischen Übungen, damit die Teilnehmenden sich über Theorien hinausgehend schwerpunktmäßig den Fragen der Umsetzung widmen können. Der Wochenplan baut jeweils auf der vorhergehenden Woche auf, sodass die Teilnehmenden entscheiden können, welche Module am besten zu ihren beruflichen Aufgaben und Interessen passen.

Lernziele:

  • Woche 1: Entwicklung von Strategie und Richtlinien
  • Wochen 2-3: Kompetenzentwicklung, industrielle Kapazitäten und die Zusammenarbeit zwischen der EU und der NATO zur Lastenteilung und Stärkung der Resilienz
  • Woche 4: Workshops und Anleitung zur Entwicklung von Lösungen, die auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt sind

Woche 1 schafft eine gemeinsame Grundlage in den Bereichen Strategie, Verteidigungspolitik und regionale Sicherheitsanalyse. Die Teilnehmenden werden in zentrale analytische Rahmenkonzepte eingeführt, die im Verlauf des Lehrgangs zur Bewertung strategischer Umfelder, zur Strukturierung von Problemstellungen sowie zur Analyse ausschlaggebender institutioneller Faktoren bei der verteidigungspolitischen Entscheidungsfindung herangezogen werden. Im Rahmen dieses Moduls entwickeln die Teilnehmenden die Fähigkeit, strategische Risiken, Kosten und Flexibilität bei Entscheidungen unter Unsicherheiten zu bewerten sowie komplexe Informationen zusammenzufassen und ihren Führungsebenen kohärente strategische Argumentationen vorzulegen.

Woche 2 konzentriert sich auf die Umsetzung politischer Vorgaben in operative Handlungsansätze innerhalb der Verteidigungsindustrie, mit besonderem Schwerpunkt auf den europäischen Raum. Die Teilnehmenden analysieren verteidigungspolitische Initiativen unter besonderer Berücksichtigung von Innovationsökosystemen, Resilienzen von Lieferketten und institutionellen Koordinationsmechanismen. Gegen Ende des Moduls werden die Teilnehmenden ihre fachlichen Kompetenzen bei der Analyse von Herausforderungen auf unterschiedlichen Ebenen vertieft haben, etwa im Bereich der Beschaffung oder regulatorischer Hemmnisse, und politikrelevante Handlungsoptionen zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickeln.

Woche 3, die in Zusammenarbeit mit dem in Brüssel ansässigen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungskolleg sowie der Zyprischen Sicherheits- und Verteidigungsakademie durchgeführt wird, untersucht die EU-NATO-Zusammenarbeit, die eine Plattform für effektive Lastenteilung und Interoperabilität bildet. Die Teilnehmenden analysieren darüber hinaus die Dynamiken der Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten, NATO-Verbündeten und Partnerstaaten unter Berücksichtigung unterschiedlicher institutioneller Rollen, beschränkender Rahmenbedingungen und strategischer Perspektiven. Im Rahmen dieses Moduls werden die Teilnehmenden darauf vorbereitet, sich am Aufbau einer europäisch geführten Sicherheitsarchitektur zu beteiligen und ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, verteidigungspolitische Vorhaben im Kontext der EU-NATO-Zusammenarbeit gebündelt voranzubringen.

Woche 4 konzentriert sich auf die Umsetzung und legt den Schwerpunkt auf die praktische Anwendung in den jeweiligen Herkunftsstaaten und Organisationen der Teilnehmenden. Das Modul behandelt Verteidigungsplanung, Beschaffung sowie institutionelle Reformen, einschließlich der Auswirkungen von Beschränkungen und Reformprozessen innerhalb der Verteidigungsindustrie auf Einsatzbereitschaft, Streitkräfteentwicklung und Glaubwürdigkeit der Abschreckung. Am Ende dieses Moduls sind die Teilnehmenden besser darauf vorbereitet, Strategie, Fähigkeitsentwicklung und industrielle Kapazitäten mit der praktischen Umsetzung zu verknüpfen sowie realistische Reformoptionen zur Stärkung der strategischen Einsatzbereitschaft zu identifizieren.

Die vor Ort stattfindenden Lehrgänge des Marshall Centers sind darauf ausgelegt, strategische Kompetenzen durch Vorlesungen, Seminare, Workshops, Simulationen, und konsultative Gespräche zu fördern. Am Ende jedes Lehrgangs werden die Teilnehmenden:

  • die zentralen Konzepte von Strategie und Politik verstehen
  • diese Konzepte zur strategischen Lageanalyse anwenden
  • umsetzbare Pläne mithilfe des DOTMLPF-P-Rahmenkonzepts entwickeln. DOTMLPF-P steht für Doktrin, Organisation, Ausbildung, Material, Führung und Führungslehre, Personal, Infrastruktur, Politik (policy)

Teilnehmerprofil

Der ideale Kandidat für diesen Präsenzkurs ist ein Sicherheitsexperte der mittleren Ebene mit folgenden Eigenschaften:

  • Acht bis 15 Jahre Berufserfahrung in sicherheitsrelevanten Bereichen
  • Allgemeines Verständnis von Sicherheits- und Verteidigungsfragen und den damit verbundenen Prozessen
  • Berufliches oder persönliches Interesse an Strategie- und Politikentwicklung
  • Notwendigkeit, Strategie- und Politikkompetenzen bei europäisch geführter Abschreckung und Verteidigung sowie zur Stärkung der europäischen Industrie- und Sicherheitsbasis anzuwenden

Sprachvoraussetzungen

Der Kurs wird nur in englischer Sprache angeboten. Eine Mindestpunktzahl von 80 im English Comprehension Level (ECL)-Test oder eine gleichwertige Punktzahl im ALCPT, NATO STANAG, TOEFL, CEFR oder in Englischkursen auf Universitätsniveau ist erforderlich.

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie das Marshall Center unter info [at] marshallcenter.org (info[at]marshallcenter[dot]org).

Course Details

How to Register

Das Bewerbungsfenster für diesen Kurs schloss am 31. Januar 2026.