Emerging Security Issues
Zeitraum: 21. September–6. November 2026 (7 Wochen)
Der siebenwöchige Präsenzlehrgang Emerging Security Issues richtet sich an Nachwuchskräfte aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung, die an der Schnittstelle von Strategie, Weltraum, Technologie und Geopolitik tätig sind. Die Teilnehmenden entwickeln analytische Rahmenkonzepte und praktische Fähigkeiten und wenden sie an, um zu untersuchen, wie Weltraumsysteme, neue Technologien (KI, Quantencomputing, autonome Systeme) und dynamische Prozesse in der Verteidigungsindustrie die nationale und kollektive Sicherheit verändern. Gleichzeitig entwerfen die Teilnehmenden Strategien, um diese Erkenntnisse in konkretes Handeln umzusetzen.
Der Lehrgang verbindet Vorträge, geleitete Seminare für den professionellen Austausch und Planspiele mit einer strategischen Gesamtübung. Der Lehrgang endet mit einem besonderen Abschlussprojekt, bei dem die Teilnehmenden ihre strategischen Empfehlungen vor hochrangigen Sicherheitsexperten vertreten.
Woche 1 vermittelt Grundlagen des strategischen Denkens und der Strategieentwicklung. Aufbauend auf den Kernelementen strategischer Logik und Gestaltung – ausgehend von der Analyse von Zielen, Mitteln und Wegen bis hin zu Handlungslinien – wenden die Teilnehmenden zentrale strategische Rahmenkonzepte an und beginnen mit der Ausarbeitung eines Strategiepapiers. Das Modul bezieht ferner die Auswirkungen neuer KI-Tools auf die strategische Entscheidungsfindung ein und integriert fortschrittliche Ansätze strategischer Vorausschau. Dieses Modul bildet den analytischen Anker für den gesamten Lehrgang und begleitet die Teilnehmenden durch eine schrittweise Übung zur Erstellung eines umfassenden Strategiepapiers.
Woche 2 analysiert den Weltraum als umkämpfte Dimension im Kontext des strategischen Wettbewerbs. Die Teilnehmenden untersuchen den Weltraum sowohl als Schlüsselressource für militärische Operationen und hybride Kriegführung sowie als Wettbewerbsfeld, das von unterschiedlichen strategischen Akteuren geprägt wird. Anhand von Fallstudien und Krisensimulationen entwickeln die Teilnehmenden nationale und kollektive Strategien zur Resilienz und Abschreckung im Weltraum in einem sich rasch wandelnden technologischen Umfeld.
Woche 3 untersucht das Spektrum neu entstehender Technologien und deren Auswirkungen auf sich grundlegend verändernde Arten von Kriegführung, hybriden Konflikten und Wettbewerb. Die Teilnehmenden betrachten die Chancen und Herausforderungen im Zusammenhang mit diesen Technologien, auch in den Bereichen Mensch-Maschine-Interaktion und ethische Grundsätze der Regierungsführung. Die Woche umfasst zudem eine interaktive Übung, in der Teams reale Angriffs- und Verteidigungsszenarien mit neuen und disruptiven Technologien recherchieren und besprechen.
Woche 4 verlässt theoretische Rahmenkonzepte und widmet sich den praktischen Aspekten industrieller Einsatzfähigkeit, resilienter Lieferketten, Innovation und transatlantischer Lastenteilung. Der Lehrplan analysiert Maßnahmen zur Stärkung der technologischen und industriellen Basis der europäischen Verteidigung (EDTIB) anhand praxisorientierter Lerneinheiten zu Instrumenten der Europäischen Union – u.a. die Europäische Strategie für die Verteidigungsindustrie (EDIS), den Europäischen Verteidigungsfonds (EDF) und die Verordnung zur Stärkung der europäischen Verteidigungsindustrie durch gemeinsame Beschaffung (EDIRPA) – sowie zu Innovationsökosystemen und zur Einsatzbereitschaft. Die Teilnehmenden erwerben Fähigkeiten und Verständnis für die Erzeugung und den Einsatz von industriellen Kapazitäten und umsetzbaren politischen Handlungsoptionen zur Stärkung der Einsatzbereitschaft und Resilienz der europäischen Verteidigung.
Die Wochen 5 und 6 bieten den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in ausgewählten strategisch relevanten Bereichen zu vertiefen. Wahlseminare vermitteln fundierte Einblicke in die Themen des Fähigkeitsaufbaus durch Weltraum, Technologie und Industrie sowie in die strategische Transformation der europäischen Verteidigung. Diskussionen in Kleingruppen und Planspiele unterstützen die Teilnehmenden dabei, über theoretische Konzepte hinausgehend Kompetenzen im strategischen Denken zu entwickeln und mit Fokus auf die praktische Umsetzung zu kommunizieren.
Woche 7 bildet den Höhepunkt des Kurses und verwandelt die Teilnehmenden von Analysten in Praktiker, die in der Lage sind, wirkungsvolle Sicherheitsstrategien zu entwerfen und umzusetzen. Nachdem die Teilnehmenden in den vorangegangenen Wochen die strategische Landschaft aus den Perspektiven Weltraum, neue Technologien und verteidigungsindustrielle Basis untersucht haben, führen sie nun diese Erkenntnisse in einem strategischen Gesamtprodukt und Implementierungsplan zusammen. Sehr wichtig in dieser Woche ist das Abschlussprojekt am vierten Tag, bei dem jedes Seminar für ein hochrangiges Sicherheitsgremium ein entscheidungsreifes Briefing erstellt.
Lernziele
- Woche 1: Strategieentwicklung
- Woche 2: Strategischer Wettbewerb im Weltraum, Militärdoktrinen, und multilaterale Rahmenwerke
- Woche 3: Neue Technologien – KI, Quantencomputing, additive Fertigung, und autonome Systeme
- Woche 4: Verteidigungsindustrielle Basis und Fähigkeiten
- Wochen 5-6: Wahlseminare
- Woche 7: Strategieimplementierung
Teilnehmerprofil
Die idealen Kandidaten für diesen Präsenzlehrgang sind Nachwuchskräfte im Bereich Sicherheit und Verteidigung mit folgenden Merkmalen:
- Etwa fünf bis zehn Jahre Berufserfahrung (Kandidatinnen und Kandidaten mit mehr Berufserfahrung können ebenfalls berücksichtigt werden) in relevanten Tätigkeitsfeldern, einschließlich in Büros von Staats- und Regierungschefs; in Ministerien für Verteidigung, Inneres, Auswärtige Angelegenheiten, Wirtschaft und Technologie, und wirtschaftliche Entwicklung; in der Justiz und Strafverfolgung; im Finanzwesen; bei Luft- und Raumfahrtbehörden; in der Industrie; in der Wissenschaft; in internationalen und regionalen Organisationen sowie in Nichtregierungsorganisationen
- Grundlegendes Verständnis von Sicherheits- und Verteidigungsfragen sowie der damit verbundenen Prozesse
- Berufliches oder persönliches Interesse an Strategie- und Politikentwicklung
- Anwendung der im Lehrgang vermittelten Fähigkeiten, um den Herausforderungen und neuen Technologien im Bereich Verteidigung erfolgreich begegnen zu können sowie die Widerstandsfähigkeit und die industrielle Basis der transatlantischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu stärken
- Militärische Bewerberinnen und Bewerber im Dienstgrad Major oder Oberstleutnant (NATO OF-3 und OF-4); Kandidatinnen und Kandidaten mit geringerer Erfahrung (zwei bis drei Jahre, NATO OF-2) können ebenfalls berücksichtigt werden
Sprachvoraussetzungen
Der Kurs wird nur in englischer Sprache angeboten. Eine Mindestpunktzahl von 80 im English Comprehension Level (ECL)-Test oder eine gleichwertige Punktzahl im ALCPT, NATO STANAG, TOEFL, CEFR oder in Englischkursen auf Universitätsniveau ist erforderlich.
Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie das Marshall Center unter info [at] marshallcenter.org.
Course Details
Kommt bald.