Das Marshall Center, eine deutsch-amerikanische Bildungs-einrichtung zu Themen der Sicherheit und der Verteidigung bietet sein Aushängeschild, das Forum
für Sicherheits- und Verteidigungspolitik (PASS), dreimal jährlich an. Der PASS ist ein anspruchsvoller, intellektuell stimulierender 12-wöchiger Lehrgang für zivile Regierungsmitarbeiter, Militärangehörige und Akademiker im Dienste der Regierung. Der Lehrgang beinhaltet Studien auf universitärem Niveau in den Bereichen Sicherheitspolitik, Verteidigung, internationale Beziehungen sowie anderen verwandten Themen.
Das Lehrangebot
Das Forum für Sicherheits- und Verteidigungspolitik setzt sich aus Kernstudienfächern und Wahlpflichtfächern zusammen, die durch Pflichtlektüren, Diskussionen im Seminar, Debatten, Podiumsdiskussionen und Rollenspiele vertieft sowie durch Studienreisen ergänzt werden. Der Unterricht im PASS findet in den Sprachen Englisch, Deutsch und Russisch statt. Voraussetzung für die Zulassung zum Lehrgang ist die Beherrschung einer der genannten Sprachen.
Während der ersten sechs Wochen des Lehrgangs nehmen alle Teilnehmer gemeinsam an einem Grundlehrgang teil, im Verlauf dessen sie ein gemeinsames Verständnis der wichtigsten Aspekte globaler Sicherheit entwickeln. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Vorlesungen im Plenum und Teilnahme an kleinen Seminargruppen, die von Dozenten des Marshall Centers geleitet werden. In den sorgfältig zusammengestellten Seminaren kommen Teilnehmer aus einer Vielzahl von Ländern und mit unterschiedlichem Werdegang zusammen.
Die Lehrgangsteilnehmer nehmen gemäß ihrer beruflichen Erfahrung entweder am Forum für Sicherheits- und Verteidigungspolitik für Führungskräfte (EPASS) oder am Forum für Sicherheits- und Verteidigungspolitik für junge Führungskräfte (LPASS) teil. Der EPASS ist für Oberstleutnante und Oberste, hochrangige Diplomaten, Mitarbeiter von Parlamenten sowie andere Personen in entsprechenden Positionen, die für nationale und internationale Sicherheits-behörden oder für den Grenzschutz arbeiten, ausgelegt. Der LPASS wiederum bietet eine Plattform für die Ränge Leutnant, Hauptmann und Major sowie für deren zivile Pendants in den Sicherheitsbehörden der Regierung und für junge Diplomaten.
Nach Abschluss des Grundlehrgangs besuchen die Teilnehmer Wahlpflichtseminare, die für ihren weiteren beruflichen Werdegang relevant sind. Jeder Teilnehmer wählt aus einem Angebot von mehr als 35 Seminaren drei aus.
Themen im Grundlehrgang:
Globale Sicherheit – Trends und Perspektiven: Theorien internationaler Beziehungen und Sicherheitsbeziehungen; US-amerikanische und deutsche internationale Sicherheitspolitik; Globale Herausforderungen.
Der bewaffnete Konflikt und Sicherheit: Das Wesen des bewaffneten Konflikts: Terrorismus; Massenvernichtungswaffen; Stabilitätsoperationen.
Bedrohungen der staatlichen Stabilität: Die Auswirkungen diverser‚ weicher Bedrohungen auf die nationale und inter-nationale Sicherheit; Fragen der Energieversorgung; Verbrechen und Korruption; Die Rolle der Demokratie bei der Förderung der Sicherheit.
Internationale Sicherheitskooperation: Die Sicherheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts, mit denen UNO, NATO und EU konfrontiert sind.
Internationale Normen: Menschenrechte und Völkerrecht.
Nationale Entscheidungsprozesse in derSicherheitspolitik: Entwicklung einer nationalen Sicherheitsstrategie; internationale und innenpolitische Einflüsse auf die Formulierung einer Strategie; Verteidigungsökonomie.
Beispiele für Wahlpflichtseminare:
Verhandlungen: Grenzen der Konfliktlösung
Internationaler Terrorismus und die Auswirkungen auf die Sicherheit demokratischer Staaten
Völkerrecht und bewaffnete Konflikte
Transformation der Verteidigung: Die militärische Antwort auf das Informationszeitalter
Heimatschutz: Die Sicherung des Staates gegen Terrorismus
Die Europäische Union und die internationale Sicherheit
NATO: Ein strategischer und operativer Überblick
Russland und seine Nachbarn
Sicherheit in Zentralasien
Sicherheit im Südkaukasus
Sicherheit kleiner und mittlerer Staaten
Massenvernichtungswaffen und Raketenabwehr
Studienreise
Der theoretische Unterricht wird durch eine Studienreise ergänzt. Während dieser Reise haben die Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit, nationale oder
internationale Sicherheits-einrichtungen genauer kennen zu lernen und hochrangige Entscheidungsträger zu treffen. Der Reiseverlauf variiert auf jeder Reise, in der
Vergangenheit gehörten Washington, Berlin, Brüssel und Genf zu den Reisezielen.
Freiwillige Weiterbildungsmöglichkeiten
Teilnehmer des Forums für Sicherheits- und Verteidigungspolitik haben die Möglichkeit, an Sprachkursen -für Englisch und Deutsch sowie an Computerkursen teilzunehmen. Die Teilnehmer werden je nach Leistungsstand in verschiedene Kurse aufgeteilt.
Unabhängige Forschung
Entsprechend qualifizierte Lehrgangsteilnehmer können anstelle eines Wahlpflichtseminars ein unabhängiges Forschungsprojekt bearbeiten.
Vortragsreihe mit vom Direktor eingeladenen Gastrednern
Während jedes PASS lädt der Direktor des Marshall Centers im Rahmen des Lehrgangs hochrangige Sicherheitsexperten zu Vorträgen ein. In der
Vergangenheit waren unter den Rednern Verteidigungsund Außenminister, Präsidenten, Premierminister und Chefs des Verteidigungsstabes.
Anmeldung
Um Informationen zu Anmeldung und Meldefristen zu erhalten, setzen Sie sich bitte mit dem Büro für Zulassung
und Datenverwaltung des Marshall Centers unter registrar@marshallcenter.org, Ihrem Ansprechpartner im Ministerium oder der amerikanischen oder deutschen Botschaft in Ihrer Hauptstadt in Verbindung.