Generalleutnant (a.D.) Johannes Kert, Absolvent des Monats Juni 2008
Das Marshall Center hat Generalleutnant (a.D.) Johannes Kert zum Absolventen des Monats Juni 2008 ernannt. Er war der erste Lehrgangsteilnehmer aus Estland am Marshall Center.
Johannes Kert wurde in Petseri, Estland, geboren und machte 1981 einen Magisterabschluss in Sportunterricht an der Universität Tartu in Estland.1985 schloss er als Offizier seinen Wehrdienst in der Sowjetarmee ab.
In den Jahren vor Estlands Unabhängigkeit war Johannes Kert als Sportlehrer und Trainer für Griechisch-Römisches Ringen sowie als Fotograf tätig.
Kert engagierte sich zunehmend in der estnischen Unabhängigkeitsbewegung und arbeitete aktiv an der Neugründung der Kaitseliit (zu Deutsch Schutzbund), ein Heimwehrverband, der bis zum 2. Weltkrieg bestanden hatte (entspricht in etwa der US-Nationalgarde). Am 17. Februar 1990 wurde die Kaitseliit offiziell wiedergegründet.
1991 war Johannes Kert Chef des Stabes der regionalen Kaitseliit-Einheit Tartu und wurde Ende des Jahres zum Befehlshaber dieser Einheit befördert. Im Dezember 1992 wurde er als Major nationaler Befehlshaber der Kaitseliit.
1994 wurde er als einer von zwei Esten ausgewählt, um am ersten 19-wöchigen Lehrgang für Führungskräfte am Marshall Center teilzunehmen, das erst kurz zuvor eröffnet worden war. Im Rückblick auf diese Zeit schrieb Kert kürzlich: “Wir Lehrgangsteilnehmer am Marshall Center lernten, die Welt mit anderen Augen zu sehen, und ich verstand dort zum ersten Mal, was es heißt, strategisch zu denken. In diesem Kurs wurden wir alle besser darin, unsere Gedanken zu strukturieren und weiter zu denken.“
Nach Abschluss des Lehrgangs für Führungskräfte wechselte Johannes Kert zu den Estnischen Streitkräften und verfolgte weiter seine militärische Karriere. Bis Januar 1996 wurde er vier Mal befördert; bis zum Rang eines Generalleutnants, und zum Befehlshaber der Estnischen Streitkräfte ernannt; diese Position hatte er bis Juni 2000 inne. In dieser Zeit besuchte er auch das US Army War College in Carlisle im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo er kürzlich als Ehrenabsolvent ausgezeichnet wurde.
2002 wurde Generalleutnant (a.D.) Kert zum ständigen militärischen Vertreter Estlands im NATO-Hauptquartier in Brüssel ernannt, dort spielte er eine wichtige Rolle in der Heranführung Estlands zur Mitgliedschaft in der NATO und der Europäischen Union 2004. Anfang des Jahres 2008 schied Kert aus dem aktiven Militärdienst und seiner Verwendung bei der NATO aus und kehrte nach Estland zurück. Er wurde dann ziviler Berater des estnischen Verteidigungsministers und spielte eine führende Rolle bei der Entwicklung des neuen NATO-Zentrums für elektronische Verteidigung in Estland.
Wenn Johannes Kert heute auf seine bisherige Laufbahn zurückblickt, meint er: „Meine Tätigkeit am Zentrum für elektronische Verteidigung kann ich mir ohne die Erfahrungen, die ich am Marshall Center gemacht habe, kaum vorstellen.”
Laut Generalleutnant (a.D.) Kert sind die Chancen und Möglichkeiten, die das Marshall Center zivilen und militärischen Führungskräften bietet, heute genauso wertvoll wie damals für den ersten Lehrgang.
„Estland (und ich denke, dass ich da für ganz Osteuropa sprechen kann) ist dankbar für die Arbeit, die das Marshall Center leistet, aber die Bedrohungen sind noch nicht aus der Welt geschafft,” sagte Kert. „Das Marshall Center blickt in die Zukunft und versucht, die schwierigen zukünftigen Bedrohungen anzugehen. Das Marshall Center öffnet unseren Führungskräften von morgen die Augen und schafft ein diplomatisches Umfeld, in dem Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen offene und ehrliche Diskussionen führen können. Das macht die Arbeit dieser Institution so wertvoll.“
Im März 2007 rief das Alumnibüro des Marshall Centers eine Initiative zur Wahl und Auszeichnung eines „Alumnus des Monats” ins Leben. Ziel dieser Initiative ist es, Alumni des Marshall Center vorzustellen, die eine aktive Rolle bei der Förderung der Ideale des Marshall Center zur Schaffung eines stabileren Sicherheitsumfelds spielen. Unter anderem gehören dazu: die Weiterentwicklung demokratischer Institutionen und Beziehungen, die Förderung einer aktiven friedlichen Sicherheitszusammenarbeit und den Ausbau dauerhafter Partnerschaften zwischen den Ländern Nordamerikas, Europas und Eurasiens und darüber hinaus.