Staatssekretär im Auswärtigen Amt,
Dr. Wolf-Ruthart Born eröffnet die achte
Konferenz in Zusammenarbeit mit dem
George C. Marshall Center
(Photo by Mark Winkler, GCMC)
BERLIN - Bereits zum achten Mal organisiert das George C. Marshall Center, in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, in Berlin eine Konferenz zu einem aktuell dringlichen sicherheitspolitischen Thema.
Dieses Jahr standen „Neuartige Bedrohungen und der Ansatz vernetzter Sicherheit“ im Fokus der Tagung. Der internationale Teilnehmerkreis aus 18 Europäischen Staaten tauschen in Berlin erste Erfahrungen über neue Bedrohungen aus und suchen gezielt nach gemeinsamen Lösungen. Die internationale Zusammenarbeit ist hierbei extrem wichtig. Dies betonte auch der Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dr. Wolf-Ruthart Born bei seiner Eröffnungsrede.
„Die heutigen Sicherheitsrisiken sind nicht regional geographisch begrenzt, sondern betreffen jede Nation und wirken sich nicht nur auf einzelne Staaten aus, sondern auf die gesamte Staatengemeinschaft.“
Die Ursachen der neuen Bedrohungen seien nicht mehr monokausal sondern vielfältig vernetzt. Darauf müsse die Staatengemeinschaft auch vielfältig vernetzt antworten und sich von konventionellen Abwehrmechanismen verabschieden.
Als ein Beispiel nannte Born die Cyberbedrohung, der nur mit neuartigen Gegenmaßnahmen entgegengewirkt werden kann.
„Diese Angriffe werden nicht von Amateuren durchgeführt, sondern da sind Spezialisten am Werk. Unter anderem auch staatliche oder militärische Akteure beziehungsweise Nachrichtendienste, die gezielt eine Nation angreifen. Die Gefahr dieser Angriffe wurde bisher in vielen Staaten noch nicht richtig verstanden. Somit steht die Gemeinschaft vor der Aufgabe, die bisherigen Konzepte der Sicherheitsbildung zu überprüfen und an die neue Dimension der Cyberherausforderung anzupassen. Dazu gehört es, national sowie international, bessere Kontrollen durchzuführen und die nötige Rechtsstruktur dafür zu schaffen.“
Cyberangriffe können nicht von den Regierungen allein abgewehrt werden. Hierbei müssen Wirtschaft, Industrie und Handel mit den Behörden eng zusammen arbeiten um Angriffe auf Computersysteme abwehren zu können.
Diese vernetzte Sicherheit, in Englisch auch „Comprehensive Approach“ genannt, ist aber nicht ohne Schwierigkeiten umzusetzen. Kleinere Nationen haben bei der nationalen Vernetzung wesentlich weniger Probleme als ihre großen Partner. Je größer ein Staat und somit sein Behördenapparat ist, umso aufwändiger und kostspieliger wird die Vernetzung und der verzugslose Austausch von relevanten Daten.
Die nationale Vernetzung sowie die internationale Zusammenarbeit sind bei den neuen und komplexen Bedrohungsszenarien noch wichtiger geworden als bei der bisher bekannten Terrorbekämpfung.
Um diese Kooperation zu ermöglichen, werden jedoch vielfältige und kostspielige Veränderungen nötig sein. Diese betreffen nicht nur Außen- und Sicherheitspolitik im klassischen Sinne, sondern auch die Wirtschaft, Finanzen sowie die Umwelt eines Staates können davon betroffen sein. So wurden im Rahmen der Konferenz von der Türkei, Großbritannien, Russland, den USA und Deutschland nationale, vernetzte Ansätze vorgestellt und von den Teilnehmern ausgewertet.
Mit Ausblick auf die bevorstehende Konferenz der NATO – Außenminister im Auswärtigen Amt, wurde auch die aktuellen Sachstände der multinationalen Ansätze der EU und der NATO diskutiert. Es stellte sich heraus, dass viele Probleme der NATO auf die unausgereifte Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen (UN), der Europäischen Union (EU), einigen Arabischen Ländern und den Nichtregierungsorganisationen (NGO) zurückzuführen sind.
Breite Zustimmung fand auch der Kritikpunkt, dass die NATO zu lange in ihren Einsätzen verbleibt und somit die Verteidigungshaushalte der am Einsatz teilnehmenden Nationen übermaßen strapaziert.
Zum Abschluss der Tagung reisten die Konferenzteilnehmer ins Bundeskanzleramt. Dort wurden Sie vom militärischen Berater der Kanzlerin, Brigadegeneral Erich Vad, über Deutsche Außenpolitik, geplanten und laufenden militärischen Operationen sowie den deutschen Ansatz des „Comprehensive Approach“ informiert.
von Mark Winkler








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